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10. Juni 2008

Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus! Simon Rattles Live-Strawinsky aus Berlin

Mit Strawinskys explosivem Skandal-Ballett Le Sacre du Printemps hatte Simon Rattle Jugendliche für die klassische Musik begeistert und zum Tanzen gebracht. Jetzt legen Simon Rattle und "seine" Berliner drei Strawinsky-Sinfonien vor - live aus der Philharmonie.
Einst waren es Skandalwerke, jetzt erreichen sie Musikbegeisterte abseits des Klassik-Elfenbeinturms: Die Orchesterwerke von Igor Strawinsky. Was vielen unmöglich schien, ist Simon Rattle, Chef der Berliner Philharmoniker, vor einigen Jahren gelungen: Er hat ausgerechnet mit Strawinskys explosivem Skandal-Ballett Le Sacre du Printemps Jugendliche für die klassische Musik begeistert und zum Tanzen gebracht. Das Projekt Rhythm is it ist weltweit berühmt geworden. Kein Wunder, dass Rattle auch Begeisterungsstürme entfacht, wenn er Strawinsky-Werke in »seiner« Philharmonie dirigiert wie im September 2007, als er drei Sinfonien des Komponisten aufführte. Jetzt erscheint der Live-Mitschnitt. »Simon Rattle setzt auf Rhythmus pur — Strawinsky begeistert in der Philharmonie«, lobte die Berliner Morgenpost, und dieses Zitat zeigt schon: Der Dirigent, der sich schon immer am liebsten in die Komponisten der frühen Moderne versenkte, hat für einen neuen Meilenstein in seiner Diskographie gesorgt. Seltsamerweise ist Strawinsky in Rattles Aufnahmen aber nach wie vor rar — ein weiterer Grund, warum diese Neueinspielung weltweit auf Interesse stoßen wird. Abseits der bekannten Ballette schrieb Strawinsky eine Reihe von neoklassizistischen Orchesterwerken, zu denen die drei Kompositionen der CD gehören: Die Sinfonie in drei Sätzen (1946) und die Sinfonie in C (1940) sind tatsächlich strenge Auseinandersetzungen mit dem klassischen Sinfoniestil. Mit der Psalmensinfonie (1930) betrat Strawinsky erstmals das Feld der Kirchenmusik.