06. März 2009

Verführerische Belle Époque - Philippe Jaroussky und sein Lied-Album OPIUM

Wenn man seine Stimme hört, könnte man glauben, die alten Kastraten seien wiederauferstanden. Wie den Stars der Barockzeit jubelt das heutige Publikum dem Countertenor Philippe Jaroussky zu. Vielfach preisgekrönt und 2008 mit einem ECHO-Klassik als Sänger des Jahres ausgezeichnet, begeistert Jaroussky eine weltweite Fangemeinde mit seinen Barockalben, zuletzt mit Carestini — Story of a Castrato. Nun wagt der Sänger einen großen Repertoiresprung: Sein Album OPIUM führt in die französische Belle Époque eines Gabriel Fauré, Jules Massenet, Reynaldo Hahn ....Minisite OPIUM
Ein Portrait des sympathischen Franzosen ist übrigens am Sonntag, 8. März, um 23.05 Uhr bei titel thesen temperamente im Ersten zu sehen - nicht verpassen!
»Countertenöre haben fast kein eigenes Repertoire", sagt Jaroussky. »Warum sollen wir nur Kastratenrepertoire singen und uns nicht den musikalischen Bereichen widmen, die zu unserer Stimme passen?" Mit den französischen Liedern von teils sinnlich-morbider Atmosphäre aus der Zeit um 1900, in denen sich avancierte Harmonik mit exotisch angehauchter Lyrik und verfeinerten Klangfarben trifft, hat der Sänger ein neues, reiches und faszinierendes Feld gefunden. Seine Stimme ist hier nicht nur in den spätromantischen Klavierklang eingebettet, sondern in vielen Liedern auch in die Farben von Violine, Violoncello und Flöte — gespielt von den herausragenden Solisten Renaud und Gautier Capuçon sowie Emmanuel Pahud. Als Franzose hatte Philippe Jaroussky schon zu seinen Studienzeiten eine starke Affinität zum französischen Lied entwickelt, doch es war Renaud Capuçon, der ihm die Idee zu diesem außergewöhnlichen Album unterbreitete — einem neuen Meilenstein in Jarousskys Diskografie.