02.09.2009

Biografie: September 2009


Biografie
Natalie Dessay (Sopran)

Die französische Sopranistin Natalie Dessay, die auch durch ihr Schauspieltalent begeistert, gehört zu den Opernstars unserer Tage. Sie hat sich mit Paraderollen im Koloraturfach (Offenbachs Olympia, Mozarts Königin der Nacht und Strauss' Zerbinetta) einen Namen gemacht. Sie überzeugt in allen Stilarten, sei es im italienischen Belcanto, in französischer Oper der Romantik oder virtuoser Barockmusik von Händel. Natalie Dessay wird als Interpretin großer Frauenfiguren gefeiert: Lucia di Lammermoor, Amina ("La sonnambula"), Pamina ("Die Zauberflöte"), Manon, Juliette und Ophélie ("Hamlet"). Die Virgin Classics-DVD von Donizettis "La Fille du régiment" mit Natalie Dessay als Marie wurde mit dem ECHO Klassik als DVD.-Produktion 2009 ausgezeichnet.

Natalie Dessay, in Lyon geboren und in Bordeaux aufgewachsen, wollte zunächst Tänzerin werden, studierte dann jedoch Schauspiel und Gesang am Konservatorium in Bordeaux. Sie beendete 20-jährig ihr Studium mit dem 1. Preis. Danach ging sie für weitere Studien an die Pariser Opéra und erhielt die ersten Engagements als Solistin.

1992 sang sie ihre erste Olympia in Offenbachs "Contes d'Hoffmann" an der Pariser Opéra Bastille (Inszenierung: Roman Polanski). Im Jahr darauf wurde sie von der Wiener Staatsoper eingeladen, Blondchen ("Die Entführung aus dem Serail") zu singen. 1993 war sie Olympia in der Produktion zur Neueröffnung der restaurierten Opéra de Lyon, und 2001 hatte sie diese Rolle bereits in acht verschiedenen Inszenierungen gesungen, darunter bei ihrem Scala-Debüt. Die 1990er Jahre brachten die Königin der Nacht in Aix-en-Provence, Ophélie ("Hamlet") in Genf (sie sang diese Rolle auch 2003 am Londoner Royal Opera House und am Liceo in Barcelona), Aminta ("Die schweigsame Frau") in Wien, Fiakermilli ("Arabella") bei ihrem Debüt an der New Yorker Met. Dann folgten Zerbinetta sowie Lakmé (an der Opéra Comique), Eurydice in Offenbachs "Orphée aux Enfers" in Lyon, in Paris Morgana in Händels "Alcina". Zu den Dirigenten dieser Aufführungen gehörten Pierre Boulez, James Levine, James Conlon, William Christie und Marc Minkowski.

2001 begann in der Karriere der Sopranistin ein neues Stadium mit der Titelrolle in Donizettis "Lucia di Lammermoor". Diese Rolle sang sie u.a. 2006 an der Bastille in einer beeindruckenden Inszenierung von Andrei Serban sowie 2007 zur Eröffnung der Opernsaison an der New Yorker Met, wo Natalie Dessay auch 2008 wieder in verschiedenen Rollen aufgetreten ist. Bellinis "La Sonnambula" wurde im März 2009 mit Natalie Dessay und Juan Diego Flórez als Liebespaar live aus der Met in Hunderte Kinos weltweit übertragen.

Natalie Dessay unterzeichnete 1994 ihren Exklusivvertrag mit EMI Classics/Virgin Classics. Ihre umfangreiche Disko/Videografie, die u.a. Aufnahmen von Strawinskys "Le Rossignol" auf CD & DVD, Massenets "Manon" auf DVD (mit Rolando Villazón als Partner), Donizettis "Lucie de Lammermoor" (französ. Fassung), Bellinis "La Sonnambula", Werke der Alten Musik von Händel und Monteverdi sowie geistliche Werke von Mozart und Bach enthält, ist mehrfach ausgezeichnet worden. Das Dessay-Portrait "Le Miracle d'une voix" (als CD und DVD erhältlich) dokumentiert ihr überragendes Format als Sing-Schauspielerin und ist mit bisher über 250.000 verkauften Exemplaren ein weltweiter Bestseller. Sie selbst wurde für dieses Portrait u.a. für einen französischen Diapason als "Artist of the year 2007" nominiert.

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August 2009