14.10.2009

Biografie: "Wenn Nicht Jetzt Wann Dann 2007"


Höhner
"Wenn nicht jetzt, wann dann? - Die größten Hits und schönsten Balladen"

Die Höhner haben derzeit einen sensationell guten Lauf. Im Februar konnte das landesweit beliebte Sextett aus Köln den größten Erfolg in seiner fast 35-jährigen Bandgeschichte verzeichnen: die erste Nummer-eins-Single. Dem jungen Label Rhingtön bescherten die Höhner damit die erste Chart-Sensation. Besagter Hit, "Wenn nicht jetzt, wann dann?", ist zweifelsohne einer jener künstlerischen Husarenstreiche, mit denen die Höhner in den letzten Jahren immer wieder für Furore gesorgt haben. Ein derartiger Erfolg war ihnen allerdings bis zu diesem historischen Rosenmontag, an dem sie ihren bis dato größten Charttrumpf ausspielten, noch nie zuvor vergönnt. Die Idee, den Song, dessen Originalversion auf dem Studioalbum mit dem sportiven Titel "6:0" zu finden ist, vor der diesjährigen Handballweltmeisterschaft zur Hymne für die deutsche Nationalmannschaft umzuschreiben, hatte Schlagzeuger Janus Fröhlich. Selbst ein ehemaliger Handballspieler, hatte er durch seine Freundschaft zu Nationaltrainer Heiner Brand einen direkten Draht zur Mannschaft. Wenige Wochen später, der Song war nach sensationellem Turnierverlauf bei allen Handballfans längst zum Inbegriff einer Siegeshymne geworden, standen die Höhner mit dem frisch gekürten Handballweltmeister auf dem Balkon des Kölner Rathauses und feierten mit der Mannschaft den Weltmeistertitel zu den Klängen von "Wenn nicht jetzt, wann dann?" und "Viva Colonia", dem Dauerbrenner rheinischer Lebensart und Hochstimmung.

Mit "Viva Colonia" hatten die Höhner am besagten Rosenmontag im fünften aufeinander folgenden Jahr die deutschen Single-Charts gestürmt - und damit einen denkwürdigen Chart-Rekord aufgestellt. Überhaupt waren die Höhner an diesem Tag so präsent in den Charts wie Weiland die Beatles. Zwei Alben (das frisch mit Gold gekürte "Da simmer dabei! Die größten Partyhits" und "Höhner Live On Tour) in den Longplay-Charts, drei Titel in den Single-Charts ("Wenn nicht jetzt, wann dann", "Dä kölsche Pass" und "Viva Colonia") respektive noch zwei weitere Titel in den Download-Top-100 ("Die Karawane zieht weiter", "Echte Fründe"). Das war mehr als aller Ehren wert und verdeutlicht, dass die Höhner in punkto Popularität in diesen Tagen einen weiteren Quantensprung gemacht haben. Gastauftritte im ZDF-Sportstudio und bei "Wetten, dass...?" haben den Fankreis garantiert erweitert. Das mit 41 Songs prachtvoll beladene Doppelalbum "Wenn nicht jetzt, wann dann?" ist ein optimaler und natürlich höchst unterhaltsamer Einstieg in das gesamtmusikalische Schaffen der Höhner. Wie kaum eine andere Compilation zuvor, demonstriert diese Werkschau die enorme stilistische Vielfalt und den bewundernswerten Pointenreichtum von Henning Krautmacher, Hannes Schöner, Peter Werner, Janus Fröhlich, Ralf "Ralle" Rudnik und Jens Streifling. Besonders in den letzten Jahren hat die mediale Aufmerksamkeit für die kölschen Jungs immer mehr zugenommen, sei es durch die bereits legendären Höhner-Rockin'-Roncalli-Shows, die Höhner-Classic-Serie mit der Jungen Sinfonie Köln oder als Gewinner der Goldenen Stimmgabel und Echo-Nominierte.

Die Auswahl der Songs von "Wenn nicht jetzt, wann dann? - Die größten Hits und schönsten Balladen" konzentriert sich bis auf wenige Ausnahmen auf die letzte Schaffensdekade der Band. Den Auftakt zu dem kunterbunten Reigen von Höhner-Songs bildet die "Weltmeisterversion" des Titelsongs (bis dato nur als Download erhältlich). Danach geht es Schlag auf Schlag. Titel wie "Ohne dich geht es nicht!", "Der Liebe Gott weiß, dass ich kein Engel bin" und "Jetzt geht's los" sind typische Beispiele, wie die Höhner Alltagssprache in den Kanon eigener musikalischer Schlagfertigkeiten haben einfließen lassen. Bewährte Hits wie "Annemarie" (Platz eins der Radiocharts, aber zuvor auf noch keinem Album), "Dicke Mädchen", "Länger", "Die Karawane zieht weiter" (die Goldsingle in einer Live-Version) und "How Do You Do?" (im letzten Jahr die überraschende Nummer eins der Kultveranstaltung Loss mer singe) sind hier ebenso zu finden wie höchst originelle Coverversionen des irischen Folkklassikers "Dirty Old Town" ("Ich luur dich jän ahn"), von John Miles' Pop-Classic "Music" ("Music es mieh Levve") und "Saach mir wo die Blome sin", der Marlene-Dietrich-Evergreen, den die Höhner zum Beginn des Irak-Kriegs als Protestsong ins Programm genommen hatten. Ganz gleich, ob besinnliche Lieder wie "Minsche wie mir" und "Nemm mich su wie ich ben" oder beschwingte Kompositionen wie der Big-Band-Swing "Wilde Zeiten" und die zuletzt ebenfalls in den Charts erfolgreiche Single "Dä kölsche Pass", die Höhner haben zu jedem Thema eine passende musikalische Antwort parat. Dass auch auf dieser Compilation ihr Mega-Hit "Viva Colonia" nicht fehlen darf, ist mehr als verständlich. Der Siegeszug dieses Songs vom kölschen Karneval übers Oktoberfest und den Weltjugendtag bis in alle Sportarenen und auf alle Partymeilen des Landes ist kaum zu übertreffen. Wenn die Deutschen, wie Michael Mittermeier jüngst behauptete, Feierweltmeister sind, dann sind die Höhner die Hausband der Stunde, frei nach dem Motto "Wenn nicht jetzt, wann dann?".

März 2007