17. September 2009

40 Jahre "Space Oddity"

Aus Anlass des Jubiläums erscheint nun, im Digipack und mit umfangreichem Booklet ausgestattet, eine Doppel-CD-Ausgabe mit dem remasterten Original-Album auf CD 1 und insgesamt 15 rund zur Hälfte bisher unveröffentlichten Bonus Tracks auf CD 2, darunter ein Demo des Titelsongs sowie die italienisch-sprachige Version "Ragazzo Solo, Ragazza Sola", die ursprüngliche Single-B-Seite "Wild Eyed Boy From Freecloud", einige BBC-Tracks sowie diverse alternative Versionen. Parallel dazu wird es auch eine Einzel-LP-Wieder-VÖ des originalen Albums auf 180 Gramm "heavyweight vinyl" geben.
Ende der 60er war die Zeit reif für "Major Tom". Die Welt strebte nach höheren Sphären, physisch wie psychisch, hier ins Weltall - Neil Armstrong und Buzz Aldrin nahmen '69 den Mond in Beschlag -, dort zu Frieden (Vietnam-Demos), Freiheit ("Prager Frühling") und Bewusstseinserweiterung durch Drogen, Musik und alternative Lebensformen und/oder Religionen (Stichwort: "Woodstock"). Und vor allem die Künstler fragten: What if? Was passiert wenn...etwas schief geht? Z.B. die Mission scheitert oder es außerirdisches Leben gibt? James T. Kirk und Spock begegnen in "Star Trek" den seltsamsten Kreaturen, und Cliff Allister McLane und seine Orion-Crew bekommen es in der "Raumpatrouille" mit den Frogs zu tun. Stanley Kubrick schließlich schickt 1968 seine "Discovery" zum Jupiter, in "2001 - A Space Odyssey". Auch im fast gleichlautenden DAVID BOWIE-Song "Space Oddity" (odd = seltsam) geht später etwas schief: Ein technischer Defekt lässt den Astronauten "Major Tom" unkontrolliert in den Weltraum entschweben. Die faszinierende Nummer und das dazugehörige Album mit dem erst später adaptierten Titel feiern 2009 ihr 40-jähriges. "Space Oddity" markiert den ersten großen Erfolg des jungen Engländers, den ersten grandios zu nennenden künstlerischen Wurf mit tiefgreifenden Lyrics und einem über das ganze Album hinweg fein gearbeiteten psychedelischen Folk-Rock.